Die Leibniz-Gemeinschaft übernimmt Verantwortung für Nachhaltigkeit. An diesem Anspruch orientiert sie die Weiterentwicklung von Wissenschaft und Forschung, ihren forschungsbasierten Wissens- und Technologietransfer sowie die Ausgestaltung ihrer wissenschaftsbegleitenden Prozesse.

Bereits 2019 hat sie sich in ihrer Mitgliederversammlung erstmals ein Leitbild Nachhaltigkeit gegeben, das sie 2025 aktualisiert und weiterentwickelt hat.  Verantwortung für Nachhaltigkeit zu übernehmen, berührt sowohl Forschungsprozesse der Leibniz-Gemeinschaft als auch die organisatorischen und betrieblichen Rahmenbedingungen, die Forschung ermöglichen. In der Umsetzung orientiert sich die Leibniz-Gemeinschaft nach wie vor an den Handlungsfeldern der Handreichung "Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungsorganisationen (LeNa)“.

Forschung zu Nachhaltigkeit

Die Leibniz-Gemeinschaft steht für wissenschaftliche Qualität und gesellschaftliche Relevanz. Entlang von umwelt- und gesellschaftsbezogenen Herausforderungen adressieren die Einrichtungen Nachhaltigkeitsaspekte in vielfältiger Weise innerhalb der Profilfelder der fünf wissenschaftlichen Sektionen – Geisteswissenschaften und Bildungsforschung; Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften; Lebenswissenschaften; Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften; Umweltwissenschaften. Viele Leibniz-Einrichtungen ermöglichen mit ihrer Forschung und ihren Transferaktivitäten mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Gesellschaft und Wirtschaft.

Im Rahmen ihrer Programmplanung und gemeinschaftlichen Unternehmungen – etwa Forschungsverbünde, Forschungsnetzwerke, WissenschaftsCampi, Labs und Kooperationsprojekte des Leibniz-Wettbewerbs – bringen die Einrichtungen ihre fachliche Expertise in die Förderung und das Verständnis von Nachhaltigkeit in ihren jeweiligen Themenfeldern ein. Dies kann auch in Kooperation mit externen Partnern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verfolgte Strategieprozesse umfassen.

Leitbild Nachhaltigkeit

Das Leitbild Nachhaltigkeit – in seiner aktuellen Version im Dezember 2025 von der Mitgliederversammlung beschlossen – setzt den Rahmen einer „Kultur der Nachhaltigkeit“ in der Leibniz-Gemeinschaft und ihren Mitgliedseinrichtungen, die es in den verschiedenen Handlungsfeldern zu etablieren und stetig weiterzuentwickeln gilt. Das Leitbild soll zudem die Beschäftigten der Leibniz-Einrichtungen dazu anregen, ihr Handeln zu reflektieren und zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beizutragen.

Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft werden ihrer ökologischen, sozialen und institutionellen Verantwortung gerecht, indem sie für eine nachvollziehbare Umsetzung dieses Leitbilds in individuelle strategische und operative Konzepte sorgen, die ihren jeweiligen Ausgangspunkten, Umsetzungsmöglichkeiten und Standortbedingungen Rechnung tragen.

Präsidiumsbeauftragte für Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Barbara Sturm (Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie) und Dr. Martin Mittelbach (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), die beide dem Vorstand der Leibniz-Gemeinschaft angehören, sind derzeit Präsidiumsbeauftragte für Nachhaltigkeit.

Von 2022 bis 2025 leiteten die Präsidiumsbeauftragten die Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit. Neben der Aktualisierung des Leitbilds Nachhaltigkeit stellte die Steuerungsgruppe mit der Initiierung und Begleitung der Initiative „Pilotvorhaben Klimaneutraler Forschungsbetrieb“ (2023/2024) wesentliche Weichen für die Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen mit Pilot- und Best-Practice-Charakter.

Aktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft im Bereich Klimaschutz

Die Leibniz-Gemeinschaft förderte von Frühjahr 2023 bis Sommer 2024 insgesamt zehn Pilotvorhaben auf dem Weg zum klimaneutralen Forschungsbetrieb. Vierzehn Leibniz-Einrichtungen (darunter drei Institutsverbünde) führten eine umfassende Bestandsaufnahme ihrer Treibhausgas-Emissionen durch und leiteten daraus Konzeptionen für konkrete Klimaschutzmaßnahmen ab. Die Erfahrungen aus den Pilotvorhaben wurden in zwei Workshops geteilt und flossen in das Leitbild  Nachhaltigkeit der Leibniz-Gemeinschaft ein.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen bleibt Nachhaltigkeit eine strategische Querschnittsaufgabe und ein zentrales Anliegen der Leibniz-Gemeinschaft. Das zweijährige Strategiefondsprojekt „Leibniz Klimaneutral 2035“ (Start März 2025) knüpft unmittelbar an die Pilotphase an und überführt die gewonnenen Erkenntnisse in eine verstetigte, anwendungsorientierte Umsetzung. Im Mittelpunkt stehen dabei passgenaue Unterstützungsangebote für die Leibniz-Institute – (Individuelle) Beratungen, praxisorientierte Informationsaufbereitung und Austauschformate –, mit denen Klimaschutzmaßnahmen systematisch geplant, verankert und umgesetzt werden können. Dazu gehören beispielhaft:

  • der Aufbau einer zentrale Wissensbasis im Leibniz-Wiki (Good Practices und Fördermittelübersicht),
  • die Entwicklung und Erprobung von Formaten zur Initialberatung zum Klimaschutzmanagement,
  • Informations- und Qualifizierungsangebote zum Energieeffizienzgesetz (EnEfG) und zur Einführung von Energiemanagementsystemen (EnMS) sowie
  • die Entwicklung eines Leitfadens zur Standardisierung der THG-Bilanzierung.