Ausstellung · Marburg

22.08.2019 - 30.09.2019 · ganztägig
Adeliges Leben im Baltikum

Der im 19. Jahrhundert geprägte Begriff Baltikum bezog sich ursprünglich ausschließlich auf das ehemalige Herrschaftsgebiet des Deutschen Ordens, Alt-Livland, bzw. die vormaligen Ostseeprovinzen des russischen Reiches, im Wesentlichen das Territorium der heutigen Staaten Estland und Lettland. Die mit den Ordensrittern ins Land gekommenen deutsche Adeligen gehörten bis Ende des 19. Jahrhunderts zur Oberschicht.

Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam und des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung, Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Marburg. In Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Konzept und Text: Dr. Agnese Bergholde-Wolf, Herder-Institut, Marburg.

Die Ausstellung stellt an Hand ausgewählter Beispiele adelige Gutsanlagen mit dem Herrenhaus im Zentrum und ihre Geschichte vor. Einige der ältesten Herrenhäuser gingen aus umgebauten Burgen der Ordensritter hervor. Noch im 18. Jahrhundert wurde ein Großteil der Gebäude aus Holz errichtet. Die meisten der noch erhaltenen Herrenhäuser entstanden im 19. Jahrhundert in den verschiedenen Spielarten des Historismus.

Der Gutshof umfasste Speicherräume und Ställe für Reit- und Arbeitstiere, aber auch Wohnräume für Bedienstete und verschiedene Wirtschaftsgebäude. Deren räumliche Nähe zum Herrenhaus spiegelte sich im architektonisch und stilistisch einheitlichen Aussehen des engsten Hofensembles. Im 18 Jahrhundert umgab das Herrenhaus ein Park im Stil des Barock, später in Form eines englischen Landschaftsgartens.

Mit der Entstehung der Nationalstaaten Estland und Lettland nach dem Ersten Weltkrieg endete die herausgehobene Stellung der deutschen Oberschicht.

Von dem erhaltenen bauhistorischen Erbe wartet neben einigen Dutzend herausragend rekonstruierter Beispiele die Mehrzahl auf ihre Instandsetzung und eine sinnvolle neue Nutzung.

Veranstaltungsort:

Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung
Gisonenweg 5-7
35037 Marburg